Eine North Star Metric oder vergleichbare Outcome-Metrik mit etablierter Messung ist gesetzt, an der sich Current und Target Condition orientieren.
Product Kata
Vorbedingung
Was vorher fertig sein muss
Vorbereitung
Was vor Start vorliegen muss
Kata-Board mit vier Feldern (Direction, Current Condition, Target Condition, Next Step); Mess-Dashboard mit Outcome-Metrik live; Experiment-Log; Storyboard pro Iteration; Coach oder Mentor (optional aber empfohlen).
Ein Product Lead oder PM als Owner; cross-funktionales Team (PM, Designer, Engineer); ein Coach mit Kata-Erfahrung; Sponsor für Direction-Setting und Hindernis-Eskalation.
Direction (Vision oder strategisches Ziel); aktuelle Mess-Daten; vorherige Kata-Loops mit Lerneffekten; Hindernis-Liste; verfügbare Experiment-Methoden (Interview, Prototyp, Pretotype, Daten-Analyse).
1-2 Wochen pro Kata-Loop, laufend
Kata-Board sichtbar im Teamraum oder digital. Cadence: Loop-Start am Montag, Mid-Week-Sync, Loop-Review am Freitag. Mess-Dashboard auf Sicht. Experiment-Log laufend.
Kernfrage
Die eine Frage, die diese Methode beantwortet
Welche Target Condition will das Team in 1-2 Wochen erreichen, und welcher kleinste nächste Schritt bringt uns dorthin oder lässt uns sehen, wo das Hindernis liegt?
Ablauf
Marker: Phase
| Schritt | Dauer | Aktion | Hinweis |
|---|---|---|---|
1Phase 1: Direction klären | Initial 1-2 h, danach jedes Quartal | Direction in einem Satz: wo wollen wir hin in 6-12 Monaten? Bezug zur Vision oder zum Product Goal. Klären, wie Erfolg in der Direction aussieht. | Direction ist nicht Vision allein, sondern operationalisierte Fluchtlinie. Wenn Direction beliebig wird, schwankt Kata-Loop von Woche zu Woche zwischen Themen. |
2Phase 2: Current Condition messen | 30-45 min | Wo stehen wir heute gemessen? Outcome-Metriken plus relevante leading Indicators. Daten in Zahlen oder Beobachtungen. Nicht raten, sondern messen oder fehlende Messung als Hindernis benennen. | Wer Current Condition mit Bauchgefühl füllt, wird Target Condition raten. Lieber „wissen wir nicht“ schreiben und Mess-Setup als Next Step planen. |
3Phase 3: Target Condition für den Loop | 30-45 min | Welche messbare Veränderung der Current Condition wollen wir in 1-2 Wochen sehen? Konkrete Zahl, klares Verhalten, nicht „besser“. Target Condition ist Lernziel, nicht Lieferziel. | Target Condition zu groß: Loop scheitert, kein Lernen. Zu klein: Loop unbrauchbar. Faustregel: ambitioniert genug, dass aktuelles Wissen nicht reicht. |
4Phase 4: Next Step planen und ausführen | Plan 30 min, Ausführung Tage bis 1 Woche | Kleinstes Experiment, das uns Erkenntnis bringt: Interview, Spike, Prototyp, Daten-Analyse, A/B-Test. Vor Start: was erwarten wir, was würde uns überraschen, woran würden wir Hindernisse erkennen. | Wer Next Step ohne Erwartungs-Statement startet, weiß hinterher nicht, ob er gelernt hat. Erwartung schreiben ist Pflicht. |
5Phase 5: Reflexion und nächster Loop | 1 h am Loop-Ende | Was haben wir gelernt? Wurde Target Condition erreicht? Welches Hindernis ist sichtbar geworden? Daraus neue Current Condition und neue Target Condition. Nächster Loop startet. | Reflexion ohne Adressierung des Hindernisses ist Buchhaltung. Hindernis muss sichtbar, benannt und im nächsten Loop angegangen werden, sonst lernt das Team nichts. |
Artefakt
Was am Ende rauskommt
Kata-Board mit aktueller Direction, Current Condition, Target Condition, Next Step und Erwartung; Experiment-Log mit Hypothese, Ergebnis, Hindernis; Loop-History als chronologische Liste für Coaching.
- Whiteboard mit vier Quadranten plus Foto-Export
- Miro oder FigJam mit Kata-Template
- Notion-Seite mit wiederverwendbarer Vorlage pro Loop
- Linear oder Jira mit Custom Issue-Type Kata-Loop
Pro Loop eigener Eintrag mit Datum, Loop-Nummer, Kata-Board-Snapshot, Reflexion. Loops chronologisch archiviert. Quartalsweise Lernen-Synthese.
Product Kata Arbeitsvorlage
Kompakte Arbeitsvorlage für Product Kata mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.
# Product Kata Arbeitsvorlage
## Ziel
Iterativer Lernzyklus aus Direction, Current Condition, Target Condition, Next Step.
## Kontext
Wann und wofür nutzen wir diese Methode?
## Input
Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?
## Durchführung
Kurze Notizen entlang des Run Sheets.
## Ergebnisartefakte
- Direction:
- Current Metric:
- Target Metric:
- Experiment-Notiz:
- Lernreport:
## Annahmen und offene Fragen
- ...
## Entscheidung / Nächster Schritt
Owner, Datum und Erfolgssignal.Beispielausgabe
Konkret gefülltes Szenario
## Product Kata Loop #14 — Aktivierungs-Team (12.-23.05.2026)
**Direction**: Bis Q4-2026 erreichen 50% der Erstinstaller den Aha-Moment in Woche 1.
**Current Condition** (12.05.):
- Activation Rate Woche 1 = 27%.
- Schritt-3-Abbruch im Onboarding bei 41%.
- Nutzer-Quotes: „Ich weiß nicht, was ich hier eintragen soll.“ (n=6 in Tests).
**Target Condition** (Ziel 23.05.):
- Activation Rate Woche 1 ≥ 32%.
- Schritt-3-Abbruch ≤ 25%.
**Next Step** (Experiment): Wizard-Layout für Schritt 3 als A/B-Test mit 50% Traffic ab 14.05.
**Erwartung**: 50% Reduktion im Schritt-3-Abbruch, +4 Punkte Activation Rate. Überraschung wäre, wenn Abbruch in Wizard-Variante steigt.
**Reflexion (23.05.)**:
- Schritt-3-Abbruch = 22% in Wizard-Variante (Erwartung übertroffen).
- Activation Rate Woche 1 = 31% (knapp unter Ziel, aber +4pp).
- Hindernis sichtbar: Schritt 5 (DATEV-Verbindung) hat jetzt 18% Abbruch, war vorher 9%. Wizard verschiebt das Problem nach hinten.
**Nächste Current Condition (Loop 15)**:
- Activation Rate Woche 1 = 31%.
- Schritt-5-Abbruch = 18% (neues Hauptproblem).
**Nächste Target Condition**: Schritt-5-Abbruch < 10%. Next Step: Interviews mit Nutzern, die in Schritt 5 abbrechen.Stolperfallen
Symptome erkennen, gegensteuern
Direction wechselt jeden Loop
Loop 1 zielt auf Aktivierung, Loop 2 auf Retention, Loop 3 auf Pricing. Kein durchgehender Lernfaden.
Direction quartalsweise setzen und schützen. Innerhalb des Quartals nur Sub-Targets ändern, Direction bleibt. Wer mid-quarter wechselt, lernt nichts kumulativ.
Current Condition geschätzt
Aktuelle Werte sind Vermutungen, keine Daten. Target wird beliebig.
Mess-Setup als erster Kata-Loop, falls Daten fehlen. Bis dahin Loop ehrlich als „Mess-Aufbau“ labeln, nicht als Outcome-Loop verkaufen.
Target zu groß
Target verlangt eine Verdopplung in einer Woche, Team scheitert, demotiviert.
Target am Rand des Erreichbaren, nicht jenseits. Faustregel: Vorhandenes Wissen reicht knapp nicht. Coach kann kalibrieren helfen.
Next Step ist Liefer-Sprint
Next Step lautet „Feature X bauen“, dauert 3 Wochen, kein Lernen unterwegs.
Next Step ist Experiment, nicht Implementation. Maximale Dauer 1 Woche. Wenn länger, kleineres Experiment finden, das uns Erkenntnis schneller bringt.
Reflexion ohne Hindernis-Adressierung
Loop-Reflexion fasst zusammen, was passiert ist, aber nächste Current Condition ist identisch.
Hindernis muss in nächste Target Condition oder Next Step münden. Wenn Hindernis nicht adressiert wird, was sind die nächsten 1-2 Wochen?
Coach fehlt
Team läuft Loops, qualitatives Niveau bleibt niedrig, Targets werden Featurelisten.
Coach (intern oder extern) für erste 10-20 Loops einplanen. Coach prüft Fragestellungen, nicht Antworten. Ohne Coaching wird Kata schnell zu Standup-Variante.
Abbruchkriterien
Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar
Run Sheet durchgearbeitet?
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