methodatlas
Run SheetFacilitationIdea Structuring

Mind Mapping

KomplexitätLow
Zeit15-45 min
Teilnehmende1-10
FormatBoth
MaturityCanonical
01

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Whiteboard, A3-Papier oder Miro/FigJam-Board mit zentralem Kreis; Stifte in mindestens drei Farben; Timer; vorbereitete Leitfrage als ein Satz; Linkliste zu Quellen, die Teilnehmende parallel öffnen können.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der Leitfrage und Cluster-Regeln hält; ein bis neun Mitdenkende mit Fachbezug zur Frage; ein optionaler Scribe für die Digital-Reinzeichnung nach der Session.

Vorabinfos

Leitfrage in einem Satz; Anlass und Zielartefakt (z. B. Backlog-Input, Glossar, Stakeholder-Brief); bekannte Begriffe oder Tags, die bereits etabliert sind und wiederverwendet werden sollen.

Zeitbedarf

15-45 min

Setup

Leitfrage in den Mittelpunkt schreiben. Vier bis sechs Hauptäste anlegen oder leer lassen, je nach Reifegrad. Timer auf erste Phase setzen. Regel ansagen: still beginnen, keine Bewertung in den ersten 5 min.

02

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Begriffe, Subthemen und Beziehungen rund um die Leitfrage sind relevant, und welche Lücken werden dabei sichtbar?

03

Ablauf

Marker: Minute

SchrittDauerAktionHinweis
10-3 min
3 minLeitfrage zentral platzieren und auf einen Satz schärfen. Wenn die Frage mehr als eine Idee enthält, in zwei Maps trennen.Vage Leitfragen wie „Unsere Produkte“ produzieren beliebige Maps. Schärfen, bis ein konkretes Entscheidungs- oder Lernziel im Mittelpunkt steht.
23-13 min
10 minHauptäste still oder reihum sammeln. Maximal sieben, pro Ast ein Substantiv oder kurzer Begriff. Keine Sätze, keine Bewertung.Wenn ein Ast bereits eine Lösung enthält („Migration nach X“), als Unterpunkt eines übergeordneten Themas einsortieren, nicht als Hauptast.
313-30 min
17 minUnteräste ergänzen, zwei bis drei Ebenen tief. Querverbindungen mit Pfeilen oder zweiter Farbe markieren. Offene Fragen separat parken.Bei mehr als vier Ebenen Tiefe verliert die Map ihren Zweck. Lieber neuen Hauptast aufmachen oder Detail in Folge-Artefakt auslagern.
430-40 min
10 minCluster und Lücken markieren. Drei bis fünf relevante Bereiche für nächste Schritte auswählen, mit Owner und Folgeartefakt versehen.Eine Mind Map ohne Auswahl bleibt Brainstorm-Ergebnis. Wer keine drei Bereiche markiert, hat das Ergebnis nicht in die nächste Arbeit übersetzt.
04

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Digital reingezeichnete Mind Map mit Leitfrage, beschrifteten Ästen und Unterästen, markierten Querverbindungen, separater Liste offener Fragen und einer Auswahl von drei bis fünf priorisierten Bereichen mit Owner.

Tool-Alternativen
  • Miro oder FigJam mit Mind-Map-Template
  • XMind oder MindNode für reine Mind-Map-Arbeit
  • Obsidian Canvas oder Whimsical für persistente Knowledge-Maps
  • Foto eines analogen Whiteboards mit Reinzeichnung in Markdown-Outline
Versionierung / Ownership

Dateiname mit Datum und Leitfrage als Slug. Folge-Iterationen als Kopie mit Versionsnummer ablegen, vorherige Map nicht überschreiben. Auswahl der priorisierten Bereiche separat als Markdown-Outline pflegen.

canvas

Mind Mapping Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Mind Mapping mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Mind Mapping Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Mind Map:
- Topic Clusters:
- Open Questions:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
05

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

mind-mapping-beispiel.md
markdown
## Mind Map: Onboarding-Reibung für neue B2B-Kunden (12.05.2026)

**Leitfrage**: Wo verlieren neue B2B-Kunden in den ersten 14 Tagen Tempo, und welche Hebel hat das Team?

**Hauptäste**:
- Account-Setup (Unter: SSO, Rollenrechte, Domain-Whitelist, fehlende Self-Service-Importe)
- Erste Datenimporte (Unter: CSV-Fehler, API-Limits, Mapping-Doku unklar)
- Schulung (Unter: Video-Kurs veraltet, kein Live-Onboarding ab Plan S)
- Support (Unter: Ticket-Zuordnung Tag 1-14, Slack Connect nicht für alle)
- Erste Erfolgsmomente (Unter: Dashboard leer, kein Demo-Datensatz)

**Querverbindungen**: Schulung -> Erste Erfolgsmomente, Datenimporte -> Support.

**Offene Fragen**: Wie viele Tickets in Tag 1-14 betreffen CSV-Mapping? Wer ownt den Video-Kurs?

**Priorisierte Bereiche**: 1. CSV-Mapping-Doku (Owner: @anna, bis 26.05.). 2. Demo-Datensatz für Trials (Owner: @ben). 3. Video-Kurs-Audit (Owner: @lisa).
06

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Leitfrage zu breit

Symptom

Map endet mit über 10 Hauptästen, jeder Ast verspricht eigene Arbeit.

Was tun

Leitfrage in zwei oder drei separate Maps splitten. Pro Map ein Entscheidungs- oder Lernziel. Übergreifende Cluster später vergleichen.

Falle

Frühe Bewertung kappt Ideen

Symptom

Teilnehmende kommentieren in der Sammelphase („das machen wir doch nie“), Beiträge versiegen.

Was tun

Erste 10 min strikt still. Facilitator unterbricht Bewertung und parkt sie auf einer separaten Fläche. Bewertung erst in Cluster-Phase erlaubt.

Falle

Map als Endprodukt

Symptom

Schöne, vollständige Map, aber niemand weiß, was als Nächstes passiert.

Was tun

Letzte 10 min reserviert für Auswahl von drei bis fünf Bereichen mit Owner und Folgeartefakt. Ohne Auswahl gilt der Workshop als unfertig.

Falle

Sätze statt Begriffe

Symptom

Knoten enthalten komplette Aussagen, Map wird unlesbar, Cluster verschwimmen.

Was tun

Regel ansagen und durchsetzen: maximal drei Wörter pro Knoten. Lange Aussagen in offene Fragen oder Notizen verschieben.

Falle

Tiefenrausch ohne Breite

Symptom

Ein Ast wird sechs Ebenen tief, andere Hauptäste bleiben leer.

Was tun

Erst eine Runde Breite über alle Hauptäste erzwingen, dann tiefer. Wenn nur ein Ast Stoff hergibt, ist die Leitfrage zu eng oder das Wissen ungleich verteilt.

Falle

Querverbindungen ignoriert

Symptom

Map sieht aus wie ein Baum ohne Querverweise, obwohl Themen offensichtlich zusammenhängen.

Was tun

Bewusste Phase für zweite Farbe einplanen. Facilitator fragt nach „welcher Knoten gehört auch zu...?“ und zwingt mindestens drei Querverbindungen.

07

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Leitfrage lässt sich nicht in einem Satz formulieren oder enthält mehrere unabhängige Themen.
Niemand mit Fachbezug zur Frage anwesend, alle Beiträge sind Hörensagen.
Ziel ist eine Entscheidung mit klaren Optionen, dann ist eine Decision Matrix oder ein Decision Jam passender.
Bereits umfangreiche Vorarbeit existiert (Glossar, Domain Map), neue Map dupliziert nur Inhalte.
Gruppe ist größer als zwölf Personen, parallele Beiträge werden unmoderierbar.
Ergebnis muss persistent versioniert und referenzierbar sein, dann ist ein strukturierteres Format wie Concept Map oder Knowledge Map geeigneter.

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