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Run SheetInnovationIdeation

Lotus Blossom

KomplexitätLow
Zeit45-90 min
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop
MaturityEstablished
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenProblem Framing Workshopnicht im Katalog

Eine zentrale Challenge oder Leitfrage ist als ein Satz formuliert und mit dem Auftraggeber abgestimmt.

Ohne: Ohne klare Challenge driften die acht Themen in beliebige Richtungen und das Diagramm wird unbrauchbar.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Großes Whiteboard oder Miro-Board mit vorbereitetem 9x9-Raster (zentrales Feld plus acht Themen, jedes mit eigenem 3x3-Block); Stifte; Haftnotizen in zwei Farben (Themen, Ideen); Timer.

Personen / Rollen

Ein Facilitator, der das Raster führt und Timeboxen durchsetzt; drei bis zehn Teilnehmer mit unterschiedlicher Perspektive auf die Challenge; ein Scribe, der die Shortlist am Ende ins Dokument überträgt.

Vorabinfos

Challenge als ein Satz; Kontext zur Zielgruppe oder zum Markt; bekannte Constraints (Budget, Zeit, Technik); Beispiele bisheriger Lösungsversuche, damit die Themenrunde nicht im Kreis läuft.

Zeitbedarf

45-90 min

Setup

Raster vorab zeichnen, zentrale Challenge in das Mittelfeld schreiben. Acht umliegende Felder leer lassen. Regel ansagen: erst alle acht Themen besetzen, dann pro Thema Ideen sammeln. Telefone weg, parallele Slack-Threads aus.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche acht Themenfelder spannen den Lösungsraum der zentralen Challenge auf, und welche konkreten Ideen ergeben sich pro Feld?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Zentrale Challenge schärfen
10 minChallenge laut vorlesen, Missverständnisse klären, einen Satz im Mittelfeld fixieren. Erfolgsbild in ein bis zwei Sätzen formulieren, damit später Ideen darauf bewertet werden können.Wenn die Challenge im Raum unterschiedlich verstanden wird, hier 5 min mehr investieren. Spätere Korrektur kostet die ganze Sitzung.
2Phase 2: Acht Hauptthemen ableiten
15-20 minGruppe nennt mögliche Themenfelder rund um die Challenge (z. B. Zielgruppen, Kanäle, Zeitpunkte, Materialien, Technologien, Anlässe, Hindernisse, Partner). Auf genau acht reduzieren und in die acht umliegenden Felder schreiben.Themen müssen sich überlappungsarm anfühlen. Wenn zwei Themen sich doppeln, eines streichen und Lücke füllen, sonst wiederholen sich später die Ideen.
3Phase 3: Ideen pro Thema (Solo, Timebox)
20-30 minPro Thema 3 min Solo-Sketching: jede Person schreibt mindestens drei Ideen auf Haftnotizen. Reihenfolge im Uhrzeigersinn durch die acht Themen. Nach jedem Thema 1 min Klebepause am Raster.Solo-Arbeit zwingend. Sobald Diskussion startet, dominiert die lauteste Stimme und das Diagramm wird einseitig. Facilitator unterbricht Gespräche während Solo-Phasen.
4Phase 4: Cluster und Shortlist
15-20 minPro Themenfeld Ideen lesen, Duplikate zusammenführen, Muster über Themen hinweg notieren. Mit Dot-Voting (3 Dots pro Person) eine Shortlist von 5-8 Ideen für die Weiterbearbeitung wählen.Patterns über Themen hinweg sind oft wertvoller als Einzelideen. Wer notiert, hebt Cross-Theme-Verbindungen hervor und stellt sie der Shortlist zur Seite.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Foto oder Export des vollständigen 9x9-Lotus-Diagramms plus strukturierte Markdown-Datei mit zentraler Challenge, acht Themen, allen Ideen pro Thema und einer separaten Shortlist mit Begründung und nächstem Schritt je Idee.

Tool-Alternativen
  • Physisches Whiteboard mit Foto-Export
  • Miro oder FigJam mit Lotus-Template
  • Mural mit eigenem 9x9-Frame
  • Notion-Seite mit eingebetteter Tabelle
Versionierung / Ownership

Pro Workshop ein Eintrag mit Datum, Challenge und Teilnehmern. Folge-Sessions zur selben Challenge nicht überschreiben, sondern als v2 anlegen. Shortlist-Status (verworfen, in Test, umgesetzt) am Ende der Datei pflegen.

canvas

Lotus Blossom Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Lotus Blossom mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Lotus Blossom Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Lotus Diagram:
- Idea Themes:
- Shortlist:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

lotus-blossom-beispiel.md
markdown
## Lotus Blossom — Aktivierung neuer Nutzer (12.05.2026)

**Challenge**: Wie erreichen wir, dass neue Nutzer in den ersten 7 Tagen mindestens drei Kernaktionen ausführen?

**Acht Themen**: Onboarding, Erste E-Mail, In-App-Hinweise, Anreize, Sozialer Druck, Community, Datenexport, Premium-Trial.

**Ideen-Auszug (Thema Anreize)**:
- Sabine bekommt nach Aktion 3 einen handgeschriebenen Dank vom Founder.
- Streak-Anzeige für drei aufeinanderfolgende Tage.
- 14 Tage Pro-Features ab Aktion 3 freischalten.

**Shortlist (5 Ideen, 3 Dots pro Person, 8 Teilnehmer)**:
1. Streak-Anzeige (11 Dots) — Owner: @lisa, Test als Smoke Test bis 26.05.
2. Founder-E-Mail nach Aktion 3 (7 Dots) — Owner: @ben, manuell ab nächster Woche.
3. Trial-Freischaltung nach Aktion 3 (6 Dots) — Owner: @marcus, abhängig von Billing-Refactor.
4. In-App-Hinweise als kontextuelle Tooltips (5 Dots) — Owner: @anna.
5. Community-Welcome-Thread (4 Dots) — Owner: @julia.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Themen überlappen sich

Symptom

Zwei der acht Themen produzieren fast identische Ideen, ein Feld bleibt halbleer.

Was tun

Phase 2 abbrechen und Themen neu schneiden. Lieber 10 min mehr investieren, als das ganze Diagramm in Phase 3 zu verschwenden.

Falle

Diskussion in der Solo-Phase

Symptom

Während des Sketchings reden Teilnehmer durcheinander, Ideen ähneln sich stark.

Was tun

Facilitator setzt sichtbare Stille-Regel und unterbricht Gespräche sofort. Bei Bedarf räumliche Trennung oder Mute-Pflicht im Remote-Setup.

Falle

Zu generische Ideen

Symptom

Ideen wie „mehr Marketing“ oder „besseres Onboarding“ dominieren, kein nächster Schritt ableitbar.

Was tun

Konkretheits-Filter ansagen: jede Idee braucht Akteur, Zeitpunkt und Auslöser. Beispiele vorab an die Wand kleben.

Falle

Keine Priorisierung am Ende

Symptom

Workshop endet mit 60 Ideen ohne Owner und ohne Auswahlmechanismus.

Was tun

Phase 4 strikt durchziehen. Dot-Voting auf 3 Dots pro Person begrenzen und die Shortlist sofort mit Owner und Datum versehen.

Falle

Falsche Gruppengröße

Symptom

Bei zwei Personen bleiben Themen unterbesetzt, bei zwölf wird die Klebepause chaotisch.

Was tun

Bei unter drei Personen Methode auf Solo-Brainstorming mit Sparringspartner reduzieren. Bei über zehn Personen in zwei parallele Diagramme aufteilen und am Ende mergen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Zentrale Challenge ist nach 15 min nicht in einem Satz formulierbar, Diagramm hat keinen Anker.
Gruppe einigt sich nicht auf acht Themen, drei oder vier dominieren den Lösungsraum.
Mehr als die Hälfte der Themen produziert weniger als drei Ideen, Lösungsraum ist zu eng.
Keine Entscheidungsbefugnis für die Shortlist im Raum, Ergebnisse versanden nach dem Workshop.
Teilnehmer haben keinen Bezug zur Challenge, Ideen sind durchgehend spekulativ und kontextfrei.
Workshop ist auf unter 30 min angesetzt, vier Phasen sind in der Zeit nicht durchführbar.

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