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Run SheetOperationsRisk Analysis

Failure Mode and Effects Analysis

KomplexitätHigh
Zeit2-6 h
Teilnehmende3-10
FormatWorkshop
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenProcess Mappingnicht im Katalog

Eine schriftliche Beschreibung oder Skizze des untersuchten Prozesses oder Systems mit klaren Schritten und Schnittstellen liegt vor.

Ohne: Ohne Prozesskenntnis sammelt die Gruppe abstrakte Risiken, die sich keinem Schritt zuordnen lassen.
Vorher abschließenRisk Matrixnicht im Katalog

Die Skalen für Schwere (S), Auftretenswahrscheinlichkeit (O) und Entdeckungswahrscheinlichkeit (D) sind definiert und im Team bekannt.

Ohne: Ohne kalibrierte Skalen wird die Risk Priority Number (RPN) inkonsistent und Maßnahmen werden falsch priorisiert.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

FMEA-Tabelle mit Spalten Funktion, Fehlermodus, Auswirkung, S, Ursache, O, aktuelle Kontrolle, D, RPN, Maßnahme, Owner, Datum; geteiltes Dokument oder Spreadsheet; Prozessdiagramm als Referenz.

Personen / Rollen

Ein Facilitator mit FMEA-Erfahrung; drei bis zehn Teilnehmer mit Kenntnis aller Prozessabschnitte; ein Quality Lead, der Skalen kalibriert; ein Scribe für die Tabelle.

Vorabinfos

Scope (Produkt, Prozess oder System); Prozessdiagramm; bisherige Vorfälle und Reklamationen; verbindliche S/O/D-Skalen; Schwellwert für „kritisch“ (z. B. RPN über 100).

Zeitbedarf

2-6 h

Setup

Tabelle vorbereiten, Scope und Skalen oben fixieren. Pro Funktion eine Zeilengruppe vorab anlegen. Beispielzeile als Schreibvorlage. Regel: Risikobewertung erst nach vollständiger Beschreibung, nicht parallel.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Fehlermodi des Prozesses haben so hohes Risiko, dass präventive oder detektive Maßnahmen vor dem Einsatz nötig sind?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Scope und Funktionen
20-30 minScope der FMEA festlegen (z. B. „Bestellabwicklung von Auftragseingang bis Versandbestätigung“). Funktionen pro Prozessschritt auflisten. Schnittstellen explizit markieren.Wenn Funktionen zu grob sind, werden Fehlermodi unklar. Pro Funktion klar formulieren, was sie produziert und unter welcher Bedingung.
2Phase 2: Fehlermodi sammeln
30-60 minPro Funktion fragen: wie kann diese Funktion versagen, falsch oder unvollständig ausgeführt werden? Mindestens zwei Fehlermodi pro Funktion. Auch unwahrscheinliche aufnehmen.Wer nur „das Übliche“ aufnimmt, verfehlt seltene aber kritische Modi. Bei sicherheitsrelevanten Prozessen ist Vollständigkeit wichtiger als Effizienz.
3Phase 3: Auswirkungen und Ursachen
45-90 minPro Fehlermodus Auswirkung beschreiben (was passiert für Kunden oder System), eine oder mehrere Ursachen ergänzen. Aktuelle Kontrollen (Tests, Checks, Reviews) eintragen.Pro Fehlermodus können mehrere Ursachen existieren. Diese als eigene Zeilen führen, sonst wird die Risikobewertung verfälscht.
4Phase 4: Risiko bewerten (S, O, D, RPN)
30-45 minPro Zeile S, O und D auf der vereinbarten Skala (typisch 1-10) bewerten. RPN = S x O x D berechnen. Top-Zeilen nach Schwellwert markieren.S und O sind oft Konsens, D ist die strittige Achse. Wer „aktuelle Kontrolle“ leer hat, kann D nicht ehrlich bewerten.
5Phase 5: Maßnahmen und Owner
30-45 minPro Top-Zeile Maßnahme festlegen, Owner und Datum. Maßnahme nach Wirkung kategorisieren (Eliminierung, Reduktion, Detektion). Folge-RPN abschätzen, um Wirksamkeit zu prüfen.Nicht jede Top-Zeile braucht eine Maßnahme; manche Risiken werden bewusst akzeptiert. Akzeptanz mit Begründung dokumentieren, nicht stillschweigend.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

FMEA-Tabelle mit allen Spalten plus Header (Scope, Datum, Teilnehmer, Skalen-Definition), Maßnahmenliste mit Owner und Datum, Akzeptanzbegründung für nicht behandelte Top-Risiken und Re-Review-Termin.

Tool-Alternativen
  • Google Sheet oder Excel mit Spalten-Validierung
  • Confluence-Seite mit Tabelle und Status-Spalte
  • FMEA-Software wie APIS IQ-FMEA oder Plato Scio
  • Notion-Datenbank mit Filter auf RPN
Versionierung / Ownership

Pro Scope eigene FMEA-Version mit Datum. Bei Änderungen am Prozess Delta-FMEA anlegen, nicht überschreiben. Maßnahmenstatus regelmäßig prüfen, RPN nach Implementierung neu bewerten.

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Failure Mode and Effects Analysis Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Failure Mode and Effects Analysis mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Failure Mode and Effects Analysis Arbeitsvorlage

## Ziel

Analysiert mögliche Fehlermodi, Auswirkungen, Ursachen und Prioritäten für Gegenmaßnahmen.

## Kontext

Wann und wofür nutzen wir diese Methode?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?

## Durchführung

Kurze Notizen entlang des Run Sheets.

## Ergebnisartefakte
- FMEA Table:
- Risk Priority:
- Mitigation Actions:

## Annahmen und offene Fragen

- ...

## Entscheidung / Nächster Schritt

Owner, Datum und Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

fmea-beispiel.md
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## FMEA — Onboarding-E-Mail-Pipeline (16.05.2026)

**Scope**: Vom User-Signup bis zur Zustellung der Welcome-E-Mail innerhalb 5 min. Skala 1-10 pro S, O, D.

**Auszug aus Tabelle**:
| Funktion | Fehlermodus | Auswirkung | S | Ursache | O | Kontrolle | D | RPN | Maßnahme |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Signup-Event verschicken | Event geht verloren | User erhält keine Mail | 8 | Queue-Overflow | 4 | keine Alerts | 7 | 224 | Alert auf Queue-Backlog über 1000, Retry-Logik mit DLQ. Owner @lisa, bis 30.05. |
| Personalisierung | Fehlender Vorname | Mail mit „Hallo NULL“ | 5 | Vorname optional im Signup | 6 | Template-Test | 3 | 90 | Fallback „Hallo!“ im Template. Owner @ben, bis 22.05. |
| Versand | E-Mail im Spam | User glaubt System defekt | 7 | SPF/DKIM nicht konfiguriert | 3 | manueller Test | 8 | 168 | SPF/DKIM einrichten, Postmaster-Tools setzen. Owner @marcus, bis 25.05. |

**Schwellwert**: RPN über 150 = Pflichtmaßnahme. Drei Zeilen überschritten, alle adressiert.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Skalen nicht kalibriert

Symptom

Verschiedene Teilnehmer interpretieren S=7 als „kritisch“ oder „mittel“, RPNs schwanken stark.

Was tun

Vor Phase 4 Skalen mit Beispielen abgleichen: was bedeutet S=10 konkret in diesem Scope. 10 min investieren, sonst ist die ganze Tabelle inkonsistent.

Falle

Fehlermodi zu generisch

Symptom

Einträge wie „Fehler im Prozess“ oder „falsche Ausgabe“ ohne Spezifikation.

Was tun

Pro Fehlermodus eine konkrete Beobachtung verlangen: was wäre zu sehen, zu messen, zu reklamieren. Beispiel: „Welcome-Mail kommt mehr als 30 min nach Signup an“.

Falle

RPN als alleiniges Kriterium

Symptom

Maßnahmen werden nur an RPN ausgerichtet, S=10-Risiken mit niedrigem RPN werden ignoriert.

Was tun

Zusätzliches Kriterium „S allein ≥ 9“ als Pflichtmaßnahme. Sicherheits- und Compliance-relevante Risiken nie nur über RPN steuern.

Falle

Aktuelle Kontrolle nicht dokumentiert

Symptom

D wird geschätzt, ohne dass jemand benennen kann, welche Kontrolle existiert.

Was tun

Pro Zeile Kontrolle benennen oder leer lassen. Bei leerem Feld D auf 9-10 setzen, das schmerzt und treibt Maßnahmen.

Falle

Keine Follow-up-Disziplin

Symptom

FMEA wird einmal erstellt und nie wieder geprüft, Maßnahmenstatus bleibt unklar.

Was tun

Re-Review-Termin bei Erstellung fixieren (typisch nach 4-12 Wochen). RPN nach Maßnahme neu bewerten und in Tabelle als Folge-RPN führen.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Scope ist nicht abgegrenzt, FMEA driftet zwischen Prozessen.
Skalen sind nicht definiert oder werden während des Workshops verhandelt.
Keine Person mit Kenntnis aller Prozessabschnitte anwesend, Lücken sind unvermeidbar.
Workshop unter 90 min angesetzt, fünf Phasen nicht durchführbar.
Methode wird für freie Ideation eingesetzt, Risikolisten gibt es nicht im Vorhaben.
Keine Entscheidungsbefugnis für Maßnahmen im Raum, Owner können nicht benannt werden.

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