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Run SheetBusiness StrategyBusiness Model Design

Business Model Canvas

KomplexitätMedium
Zeit1-2 h
Teilnehmende2-8
FormatBoth
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenValue Proposition Canvas

Eine geschärfte Value Proposition für mindestens ein Customer Segment liegt vor, sodass der Block Value Propositions im BMC fundiert befüllt werden kann.

Ohne: Ohne diese Vorklärung wird der Wertversprechen-Block zur generischen Phrase und das ganze Canvas verliert Anker.
Vorher abschließenStrategische Ausrichtungnicht im Katalog

Ein definierter Scope für das Business-Model-Vorhaben (neues Geschäftsfeld, bestehendes Modell hinterfragen, neuer Markt) ist mit Sponsor abgestimmt.

Ohne: Ohne Scope mischen sich Ist- und Soll-Diskussionen, das Canvas bildet keine entscheidbare Realität ab.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Business-Model-Canvas-Vorlage (Strategyzer-Format) als A1-Druck oder digitales Board mit 9 Blöcken (Key Partners, Key Activities, Key Resources, Value Propositions, Customer Relationships, Channels, Customer Segments, Cost Structure, Revenue Streams); Stickies in Farben pro Block; Marker.

Personen / Rollen

Ein Strategie- oder Geschäftsleitungs-Vertreter als Owner; Facilitator; 3-6 Personen aus Strategie, Produkt, Vertrieb, Finanzen, Operations.

Vorabinfos

Ist-Geschäftsmodell-Beschreibung falls vorhanden; Markt- und Konkurrenzdaten; aktuelle Umsatz- und Kostenstrukturen; bekannte Annahmen und Risiken; Value-Proposition-Canvas falls vorhanden.

Zeitbedarf

1-2 h

Setup

Canvas auf gemeinsame Fläche. Reihenfolge zum Befüllen vorgeben (1 Customer Segments, 2 Value Propositions, 3 Channels, 4 Customer Relationships, 5 Revenue Streams, 6 Key Resources, 7 Key Activities, 8 Key Partners, 9 Cost Structure). Timer auf 75 min.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Wie schafft, liefert und vereinnahmt das Geschäftsmodell Wert, und welche Annahmen müssten zuerst geprüft werden?

04

Ablauf

Marker: Phase

SchrittDauerAktionHinweis
1Phase 1: Scope und Customer Segments
15 minScope klären (welches Geschäftsmodell, welches Jahr). Customer Segments konkret benennen, pro Segment eine Sub-Persona. Mehrere Segmente in unterschiedlichen Farben.Wenn alle Segmente als „B2B“ oder „Endkunden“ stehen, ist das Canvas zu grob. Lieber 2-3 spezifische als ein generisches Segment.
2Phase 2: Value Propositions
15 minPro Segment Value Proposition formulieren. Aus VPC ableiten falls vorhanden. Klarer Nutzen, kein Marketing-Sprech.Mehrere Value Propositions pro Segment bedeuten meist, dass Segmente weiter zu trennen sind. Eine starke VP pro Segment ist Ziel.
3Phase 3: Channels und Customer Relationships
15 minChannels: wie erreichen wir Segment (Akquise) und wie liefern wir Wert (Delivery)? Customer Relationships: wie ist die Beziehung (Self-Service, Account Management, Community)?Channels werden oft zu generisch („Web“, „Direktvertrieb“). Konkret: welcher Kanal welche Phase abdeckt (Akquise, Auswahl, Kauf, After-Sales).
4Phase 4: Revenue Streams
10 minPro Segment Revenue-Mechanismus: Pricing-Modell, Preis, Frequenz, Zahlungsbereitschaft. Multiple Streams einzeln auflisten.Wenn Revenue ohne Beleg aus Markt/Tests geschätzt wird, als Hypothese markieren. „Kunden zahlen 49 EUR/Monat“ ohne Validierung ist Annahme, nicht Fakt.
5Phase 5: Key Resources, Activities, Partners
20 minResources: was brauchen wir physisch, finanziell, menschlich, IP-mäßig? Activities: was MÜSSEN wir selbst tun? Partners: was machen andere für uns (Lieferanten, Allianzen)?Key Activities sind die nicht-auslagerbaren Kern-Tätigkeiten. Wenn alles als Key gilt, ist Fokus unklar. Maximal 5 Key Activities.
6Phase 6: Cost Structure und Stresstest
15 minTop 5 Kostentreiber benennen, fix vs. variabel kennzeichnen. Stresstest: kritischste Annahmen rot markieren, Top 3 in Experiment Backlog überführen.Cost-Block wird gerne übersehen. Ohne Verständnis der Kostenstruktur ist keine Unit Economic ableitbar, und das Modell ist nicht entscheidbar.
05

Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Ausgefüllter Business Model Canvas als Bild oder strukturiertes Dokument mit allen 9 Blöcken, plus Annahmen-Liste mit Risiko-Ranking und Liste der Top-3-Riskiest Assumptions mit Validierungs-Plan und Owner.

Tool-Alternativen
  • Strategyzer-Web-Tool
  • Miro mit Strategyzer-BMC-Template
  • Canvanizer-Web-Tool
  • Notion mit 9-Spalten-Layout
  • A1-Druck mit Stickies und Foto-Export
Versionierung / Ownership

Pro Modell-Iteration eine eigene Version mit Datum. Bei größeren Schwenks (neues Segment, neuer Revenue Stream) als neue Version anlegen. Alte Versionen behalten für Historie. Annahmen-Status (validiert / widerlegt / offen) im Header.

canvas

Business Model Canvas Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für Business Model Canvas mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# Business Model Canvas Canvas

## Kontext

Wofür wird die Methode eingesetzt?

## Kernfrage

Welche Frage soll am Ende beantwortet sein?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen oder Materialien liegen vor?

## Arbeitsfläche

- Bereich 1:
- Bereich 2:
- Bereich 3:
- Beziehungen / Muster:

## Ergebnisartefakte
- Business Model Canvas:
- Assumption List:
- Business Hypotheses:

## Offene Fragen

- ...

## Nächster Schritt

Owner, Datum, Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

business-model-canvas-beispiel.md
markdown
## Business Model Canvas — Mobility-as-a-Service B2B (v1, 2026-05-18)

**Customer Segments**:
- Mittelständische Industriearbeitgeber (300-2000 MA) mit Pendlerverkehr
- Innerstädtische Großbüros mit Parkplatz-Engpass

**Value Propositions**:
- Reduktion Mitarbeiter-Pendelkosten um >30% durch Mobility-Bundle
- Vereinfachte HR-Administration durch einzelne Rechnung statt N Anbieter

**Channels**: Direktvertrieb über HR-Manager (Akquise), Self-Service-Portal (Daily Use), Account Manager (Support)

**Customer Relationships**: Initial Account Management (Onboarding), danach Self-Service mit Quartals-Check-in

**Revenue Streams**:
- B2B SaaS-Lizenz: 8 EUR/Mitarbeiter/Monat (Hypothese, basierend auf 6 Pilot-Gesprächen)
- Transaktions-Marge auf Mobility-Provider: 5-8% (Hypothese)

**Key Resources**: Mobility-Provider-Verträge (DB, Sixt, Free-Now, Tier), HR-Software-Integration, Plattform-Team

**Key Activities**: Partner-Verträge verhandeln, Plattform betreiben, Vertriebsprozess B2B führen

**Key Partners**: Mobility-Provider (DB, Sixt, Tier, Lime), HR-Software (Personio, Workday) für Integration

**Cost Structure**: Hauptkosten variabel (Mobility-Einkauf), fix: Engineering (~600k/J), Sales (~400k/J), Plattform-Hosting (~80k/J)

**Top-3-Riskiest Assumptions**:
1. HR-Manager hat Budget-Hoheit für 8 EUR/MA (unklar, 3/6 Piloten verweisen auf Geschäftsleitung)
2. Marge mit Mobility-Providern erreichbar (laufende Verhandlung mit DB, Status offen)
3. Personio-Integration in 3 Monaten machbar (technische Klärung läuft)
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Soll und Ist gemischt

Symptom

Manche Blöcke beschreiben aktuelles Geschäft, andere ein zukünftiges Modell.

Was tun

Scope eindeutig: Ist-Modell ODER Soll-Modell ODER Variante X. Zwei Canvases nebeneinander statt eines Mischlings.

Falle

Generisches Customer Segment

Symptom

Block enthält „KMU“, „Mittelstand“, „Endkunden“ ohne Spezifik.

Was tun

Pro Segment Sub-Persona mit Rolle, Größe, Branche, Schmerzpunkt. Wenn weniger als zwei Spezifika, Segment ist zu grob.

Falle

Revenue ohne Validierung

Symptom

Preis und Volumen werden als Fakten gesetzt, ohne Tests oder Marktdaten.

Was tun

Als Hypothese markieren. Validierungs-Experimente (Pricing-Test, Pilotverkäufe, Letters of Intent) planen, bevor Skalierung.

Falle

Cost-Block geschönt

Symptom

Cost Structure listet wenige offensichtliche Kosten, versteckte Kosten (Compliance, Acquisition, Churn-Kosten) fehlen.

Was tun

CFO oder Controlling dazuholen für Cost-Block. Vollständige Unit Economic gegenrechnen, nicht nur Schlagworte sammeln.

Falle

Kein Stresstest, kein Backlog

Symptom

Canvas wird ausgefüllt und archiviert, ohne Annahmen-Ranking und ohne Experimente.

Was tun

Pflichtschritt am Ende: Top-3-Annahmen mit Risiko-Markierung ableiten und in Experiment Backlog. Kein Canvas ohne nächste Schritte.

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Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Sponsor mit Entscheidungs-Hoheit nicht anwesend, Modell-Tradeoffs sind nicht entscheidbar.
Customer Segment nicht abgegrenzt, Canvas wird zur Marktbeschreibung.
Keine Daten zu Markt, Kosten oder Konkurrenz verfügbar, Canvas wäre reine Spekulation.
Scope (Ist vs. Soll) ist nicht klar, Team mischt Diskussionen.
Modell ist zu früh (keine Value Proposition), Lean Canvas wäre passender.
Operations sind so spezifisch (z. B. ein Service-Auftrag), Business Model Canvas ist überdimensioniert.

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