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Run SheetOperationsPrioritization and Inventory

ABC Analysis

KomplexitätLow
Zeit30-60 min
Teilnehmende1-5
FormatAsync
MaturityCanonical
01

Vorbedingung

Was vorher fertig sein muss

Vorher abschließenDatenextraktnicht im Katalog

Eine vollständige Liste der zu klassifizierenden Elemente mit numerischem Wert pro Eintrag (Umsatz, Volumen, Häufigkeit) liegt vor.

Ohne: Ohne Wertspalte je Item ist die ABC-Einteilung Bauchgefühl und produziert beliebige Cluster.
02

Vorbereitung

Was vor Start vorliegen muss

Materialien

Spreadsheet mit Spalten Item, Wert, kumulierter Wert, Anteil, Klasse; Schwellen-Definition als kurze Policy; Diagrammvorlage Lorenz-Kurve oder Balken-Linien-Plot.

Personen / Rollen

Ein Analyst, der die Daten aufbereitet; Bereichsverantwortlicher pro betroffener Klasse (Einkauf, Sales oder Operations); Entscheider, der die Klassen-Konsequenzen freigibt.

Vorabinfos

Zielgröße der Klassifikation (Bestandsführung, Beschaffung, Kundenpriorisierung); übliche Schwellen im Unternehmen (z. B. 80/15/5); Sondergruppen, die nie reduziert werden dürfen.

Zeitbedarf

60-90 min

Setup

Daten in das Spreadsheet laden, absteigend nach Wert sortieren, kumulativen Anteil berechnen. Schwellenwerte als Konstanten oben hinterlegen, damit Reklassifizierung später nachvollziehbar bleibt.

03

Kernfrage

Die eine Frage, die diese Methode beantwortet

Welche Items gehören in A, B und C, und welche Behandlungsregel folgt aus der jeweiligen Klasse?

04

Ablauf

Marker: Sektion

SchrittDauerAktionHinweis
1Sektion 1: Datenprüfung
15 minListenvollständigkeit prüfen, Duplikate entfernen, fehlende Werte markieren. Ausreißer separat dokumentieren, nicht löschen.Fehlende Werte als Nullen einzutragen verzerrt die Verteilung. Lieber als unbekannt markieren und in eigene Klasse U schieben.
2Sektion 2: Schwellen definieren
10 minSchwellen festlegen: typisch A = 70-80% Wertanteil, B = 15-25%, C = Rest. Schwellen schriftlich begründen.Ohne dokumentierte Schwelle wirkt die Klassifikation willkürlich und wird in jedem Review neu verhandelt.
3Sektion 3: Klassifizierung
15 minItems entlang der kumulativen Anteilssumme den Klassen zuordnen. Klassen-Spalte automatisch befüllen.Wenn an der Klassengrenze viele Items mit identischem Wert liegen, einheitliche Tie-Breaker-Regel definieren (z. B. älteste Items zuerst).
4Sektion 4: Behandlungsregeln
20 minPro Klasse Regel definieren: Aufmerksamkeit, Bestellfrequenz, Reporting-Tiefe, Verantwortliche. A erhält enges Reporting, C Standardprozess.Wenn alle Klassen identisch behandelt werden, war die Analyse Selbstzweck. Regel muss konkret messbar und unterschiedlich pro Klasse sein.
5Sektion 5: Re-Review-Cadence
10 minRe-Review-Termin festlegen (quartalsweise typisch). Trigger für Sonder-Re-Reviews definieren (Marktverschiebung, Klassenwechsel über 10% der Items).Ohne Cadence erstarrt die Klassifikation und altert. Items wandern zwischen Klassen, ohne dass es jemand merkt.
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Artefakt

Was am Ende rauskommt

Form

Tabellarische Klassifikation mit Spalten Item, Wert, Anteil, kumulierter Anteil, Klasse, plus Schwellen-Policy, Behandlungsregeln pro Klasse, Re-Review-Plan und optionale Lorenz-Kurve als Visualisierung.

Tool-Alternativen
  • Google Sheet oder Excel mit bedingter Formatierung
  • Notion-Datenbank mit Klassen-Filter
  • BI-Tool wie Metabase oder Power BI mit Klassenansicht
  • ERP-Reporting (SAP, Odoo) mit ABC-Klassifikation
Versionierung / Ownership

Pro Klassifikationsperiode neue Version mit Datum, Datenstand und Schwellen. Klassenwechsel pro Item zwischen Versionen separat ausweisen, alte Versionen behalten.

markdown

ABC Analysis Arbeitsvorlage

Kompakte Arbeitsvorlage für ABC Analysis mit Kontext, Input, Ergebnisartefakten und nächstem Schritt.

# ABC Analysis Arbeitsvorlage

## Ziel

Klassifiziert Elemente nach Bedeutung oder Wert in A-, B- und C-Klassen.

## Kontext

Wann und wofür nutzen wir diese Methode?

## Input

Welche Daten, Beobachtungen, Entscheidungen oder Materialien liegen vor?

## Durchführung

Kurze Notizen entlang des Run Sheets.

## Ergebnisartefakte
- ABC Classification:
- Focus Rules:
- Control List:

## Annahmen und offene Fragen

- ...

## Entscheidung / Nächster Schritt

Owner, Datum und Erfolgssignal.
06

Beispielausgabe

Konkret gefülltes Szenario

abc-analysis-beispiel.md
markdown
## ABC-Analyse: Lieferanten-Portfolio Q1 2026 (n=312)

**Schwellen**: A bis 75%, B bis 95%, C bis 100% kumulierter Einkaufsvolumen.

| Klasse | Items | Wertanteil | Behandlung |
|---|---|---|---|
| A | 18 | 75,4% | wöchentliches Tracking, Single-Point-of-Failure-Check, Quartalsgespräch |
| B | 47 | 19,8% | monatliches Reporting, Standardvertrag mit Klauseln |
| C | 247 | 4,8% | Katalogbestellung, automatisierte Freigabe bis 2.500 EUR |

**Beispiel A-Item**: Lieferant ACME GmbH, 412 k EUR Einkaufsvolumen, Single-Source für Komponente X. Owner: @maria, nächste Review am 18.06.2026.

**Klassenwechsel zu Q4 2025**: 4 Items von B nach A (Volumenanstieg), 11 Items von C nach B.
07

Stolperfallen

Symptome erkennen, gegensteuern

Falle

Schwellen werden nachträglich angepasst

Symptom

Klassen-Grenzen verschieben sich, um politisch genehme Ergebnisse zu erzeugen.

Was tun

Schwellen vor der Berechnung schriftlich fixieren und Änderungen mit Begründung und Datum dokumentieren. Erst danach klassifizieren.

Falle

Einseitige Wertdimension

Symptom

Analyse betrachtet nur Umsatz oder nur Volumen, strategische Items rutschen in C.

Was tun

Bei strategischer Relevanz zweite Dimension einführen (z. B. Kritikalität). Ergebnis als ABC-XYZ-Matrix führen.

Falle

C-Klasse wird ignoriert

Symptom

C-Items werden komplett vernachlässigt, Compliance- oder Qualitätsprobleme bleiben unentdeckt.

Was tun

Behandlung für C definieren, auch wenn minimal. Standardprozess plus Stichproben statt keine Aufmerksamkeit.

Falle

Klassifikation veraltet

Symptom

Letztes Update über ein Jahr alt, A-Items entsprechen nicht mehr der aktuellen Realität.

Was tun

Quartals-Cadence fixieren und in Kalender als Serie einplanen. Bei großem Marktereignis Sonder-Re-Review auslösen.

Falle

Tie-Breaker fehlt

Symptom

An der Grenze A/B liegen mehrere Items mit identischem Wert, Zuordnung ist inkonsistent.

Was tun

Tie-Breaker-Regel ergänzen (z. B. Vertragslaufzeit, Lieferzeit). Regel im Setup-Dokument festhalten und automatisiert anwenden.

08

Abbruchkriterien

Done-Signale, in unter einer Minute prüfbar

Datenliste enthält für mehr als 20% der Items keinen Wert, Klassifikation wäre lückenhaft.
Werte sind nicht vergleichbar (verschiedene Währungen, Einheiten, Zeiträume).
Verteilung ist nahezu gleichverteilt, die ABC-Annahme bricht zusammen.
Behandlungsregeln pro Klasse können nicht unterschiedlich sein (operatives Constraint).
Aktuelle Datenbasis älter als zwölf Monate ohne Update.
Strategische Items dominieren, eine reine Wertdimension verzerrt die Aussage.

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